Interview der Natura Redaktion mit Herrn Christopher Ofenstein

1 Natura: Wo befindet sich Ihre Praxis und welche Stationen haben Sie als Psychotherapeut durchlaufen?

Christopher Ofenstein:
Wir, das sind ich und seit 2015 auch meine Institutspartnerin von INTEGRIO Elizabeth Reimers mit unserem Team. Wir sind direkt im Herzen Von München im Asam Hof zu Hause. Ich gründete INTEGRIO 1999 nach einem 8 ½ jährigen Leben und Studieren in den Vereinigten Staaten. Dort hin verschlug es mich 1991 als Personalentwickler und Trainer nach Ausbildung und Studium der Theologie, Personal- und Textilwirtschaft zu Shamish and Sons in New York. Nach einem Jahr wurde mir bewusst, dass ich noch inhaltlicher mit Menschen arbeiten wollte und begann an der NY Universität, in Princeton NJ und am Medical Lotus Art Centre holistische Psychotherapie und Seelsorge zu studieren. Das amerikanische Ausbildungssystem unterscheidet sich sehr wesentlich von unserm Deutschen hier: Ich muss vorweg nicht unbedingt Psychologie oder Medizin studiert haben, um dann auf dieses Studium eine langjährige psychotherapeutische Ausbildung anzuschließen. Ich arbeitete dual zu meinem Studium mit Krebspatienten in der Klinik oder mit Spitzensportlern vor, nach und während ihrer Wettkämpfe sowie mit Managern und ihren Familien, die an Burnout erkrankten. 1999 kehrte ich aus privaten Gründen wieder nach Deutschland zurück und gründete INTEGRIO als Institut für ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung in München. Während und nach dem Krieg im ehemaligen Jugoslawien kamen immer mehr massiv traumatisierte Patienten zu mir, die nochmal eine differenzierte Arbeitsweise benötigten. Daraufhin absolvierte ich nochmal eine Traumatherapie-Ausbildung bei Peter Fricke und Luise Reddemann. Diese Ausbildung hat mich nochmals sehr geprägt, so zu sagen im Ganzen sehr sensibilisiert in der Arbeit mit meinen Patienten und Studenten. Seit 2000 bilden wir auch Heilpraktiker für Psychotherapie bei INTEGRIO aus mit unterschiedlichen Weiterbildungsangeboten, wie die
Gewaltfreie Kommunikation, die 2015 mit Elizabeth Reimers hinzu kam. Viele unserer Patienten suchen bei uns nicht nur Unterstützung in rein psychotherapeutischer Sicht, sondern mehr und mehr steht auch die Suche in geistig-spiritueller Dimension mit im Fokus. Vor sieben Jahren war ich selbst in einer psychisch belastenden Situation und habe die erste positive Erfahrung am eigenen Leib mit Hilfe der Homöopathie gemacht.
Wir erkennen das zunehmende Bedürfnis und die Offenheit unserer Patienten, psychotherapeutische Prozesse und psychische Störungen homöopathisch begleitend zu behandeln. Daher sehen wir auch die Kooperation zwischen Psychotherapeuten und Homöopathen als starkes und wertvolles Heilungspotenzial der Zukunft.

2 Natura: Gibt es einen Lehrer, der Sie besonders geprägt hat?

Christopher Ofenstein

Ich wurde sehr geprägt durch meine Mentorin und Lehrtherapeutin Sherry Bakker, die eine bekannte Holistische Psychotherapeutin ist, und an deren Institut bedeutende Psychotherapeuten unterrichteten und Weiterbildungen gaben wie zum Beispiel Carl Simmonton als Psychoonkologe, Francis Shapiro in EMDR, John Bradshaw, der Entwickler und Forscher zur Bindungsarbeit mit den inneren Kindern, sowie David und Ruth Schnarch, die bekannten Paar- und Sexualtherapeuten oder Phyllis Furumoto, die Großmeisterin der Usui Reiki Allianz. Wie oben erwähnt hatten auch Peter Fricke und Luise Reddemann eine prägende Wirkung auf mich.

3 Natura: Gab es ein „Schlüsselerlebnis“, das bewirkte, dass sie Therapeut wurden?

Christopher Ofenstein: Es gab kein großes Schlüsselerlebnis, es war eher ein Prozess von der Pädagogik und der Theologie über das Training und die Beratung hin zur Therapie oder anders: Die Perspektive des Blicks hat sich verändert. Weg von den Konzepten des Funktionierens und der Lösungen – mehr hin zu Prozessen des Verstehens und des Erkennens von Ursachen.

4 Natura: Was verbindet Sie mit der Deutschen Akademie für klassische Homöopathie in Laub?

Christopher Ofenstein:
Viel! Vor allem die Geisteshaltung. Ich freue mich sehr über die Kooperation, die wir im vergangenen Jahr mit Natura eingegangen sind, da wir uns in unseren unserem humanistisch orientierten Menschenbild sowie in den Bildungsangeboten für Körper, Seele und Geist sehr gut ergänzen. Für uns stellt Psychotherapie in Verbindung mit Homöopathie ein wegweisendes Potenzial der Zukunft dar.

5 Natura: Was möchten Sie jungen Heilpraktikern mit auf den Weg geben, die es in Betracht ziehen, Psychotherapie zu studieren?

Christopher Ofenstein: Es aus der Freude heraus zu tun mit dem Wissen: Ich begegne in dieser Berufung auch immer wieder meinen eigenen inneren Konflikten und Ängsten und werde dadurch immer freier, im persönlichen Leben sowie in meiner therapeutischen Arbeit.

6 Natura: Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, welches Thema würden Sie zuerst anpacken?

Christopher Ofenstein:
Ich denke nicht in Wünschen, ich denke in Entwicklungsprozessen, aus denen sich dann reale Vorstellungen verwirklichen lassen. Und die eigene Erfahrung! Je weniger ich es mir wünsche, desto schneller kann es real werden das gleiche trifft auch für das Glück zu. Je mehr ich gut mit mir kann, je weniger Wünsche brauche ich in meinem Leben.

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